"Aliens - Die Rückkehr" SciFi Filmklassiker

James Camerons Fortsetzung von Ridley Scotts Kultfilm ist Action pur
Nach seinem "Terminator"-Erfolg übernahm James Cameron die Regie von "Aliens - Die Rückkehr". Das Sequel zu Ridley Scotts SF-Meisterwerk "Alien" geriet zum vollen Erfolg!


Bild "Alien" pixabay.com

Für gewöhnlich sorgen Fortsetzungen zu Blockbustern eher für Enttäuschungen, als für Begeisterung. Doch was ist schon gewöhnlich an einem Film, der unter den Fittichen des Perfektionisten James Camerons („Avatar“) entstand? Der sieben Jahre nach Ridley Scotts Kultfilm „Alien“ entstandene Science-Fiction-Kracher „Aliens – Die Rückkehr“ überzeugte sowohl Publikum, als auch Kritiker und gilt als eines der wenigen Sequels, das mitunter sogar höher eingeschätzt wird als das Original.

Ellen Ripley auf Aliens-Hatz

Nach 57 Jahren im Kälteschlaf wird Ellen Ripley (Sigourney Weaver) zufällig von einem Bergungsschiff gerettet und an Bord einer Raumstation medizinisch versorgt. Vom Vertreter der „Gesellschaft“ Burke (Paul Reiser) erfährt sie nicht nur, dass sie über ein halbes Jahrhundert lang wie in einem Dornröschenschlaf verbracht hat, sondern auch, dass ihre Tochter Amy in der Zwischenzeit verstorben ist.

Obwohl sie die schockierenden Nachrichten noch kaum verdaut hat, muss sie sich vor einer Untersuchungskommission dafür rechtfertigen, den Transporter „Nostromo“ gesprengt zu haben. Ihre Geschichte, wonach eine außerirdische Kreatur alle Besatzungsmitglieder getötet hat und sie den Selbstzerstörungsmechanismus der „Nostromo“ nur deshalb aktiviert hatte, um das unheimliche Weise zu vernichten, stößt auf Skepsis. Ripley wird das Offizierspatent entzogen und sie muss sich als einfache Lagerarbeiterin verdingen.
Doch eines Tages wird sie von Burke gebeten, mit ihm und einem Trupp Marines zum Planetoiden LV-426 aufzubrechen, da jeglicher Funkkontakt zur dort gegründeten Kolonie abgerissen ist und Ripleys Ausführungen plötzlich in einem anderen Licht erscheinen – denn LV-426 war jener Planetoid, auf welchem 57 Jahre zuvor das Verhängnis in Form eines „Facehuggers“ an Bord der „Nostromo“ gelangt war …

Tatsächlich bewahrheiten sich unmittelbar nach der Ankunft Ripleys schlimmste Befürchtungen: Die Kolonie wurde offensichtlich von den Alien-Kreaturen überrannt! Nur die kleine Rebecca (Carrie Henn) war den erbarmungslosen Monstern entkommen. Selbstbewusst gehen die Marines daran, die Station von den Aliens zu säubern und eventuell überlebende Kolonisten zu evakuieren. Aber ihr Hochmut ist fahrlässig: Die Aliens verspritzen nicht nur Säure statt Blut, sondern beweisen intelligentes Verhalten, das die mit allen Wassern und Waffen gewaschenen Soldaten das Fürchten lehrt …


Ridley Scotts „Alien“-Erbe

Das Wagnis, sieben Jahre nach Ridley Scotts Welterfolg „Alien“ eine Fortsetzung zu drehen, machte sich buchstäblich bezahlt: 130 Millionen Dollar spülte das Science-Fiction-Epos in die Kinokassen. Bei den „Oscar“-Verleihungen 1987 gewann „Aliens – Die Rückkehr“ zwei der begehrten Statuen. Im höchsten Maße außergewöhnlich war und ist die „Oscar“-Nominierung Sigourney Weavers in der Kategorie „Beste weibliche Hauptrolle“. Für James Cameron stellte der Streifen den endgültigen Durchbruch dar, der sich zwei Jahre zuvor mit dem Überraschungshit „Terminator“ abgezeichnet hatte.

Im Krieg gegen Aliens

Verantwortlich für den Erfolg war gewiss auch die Entscheidung, nach dem atmosphärisch, mystisch angehauchten „Alien“ einen modernen, intelligenten Monsterfilm zu produzieren. War es 1979 noch ein einziges Exemplar der außerirdischen Spezies, die den Menschen zusetzte, so verhundertfachte Cameron deren Anzahl für „Aliens – Die Rückkehr“, vergrößerte das Handlungsareal und stattete sie unzweifelhaft mit hoher Schwarmintelligenz, ähnlich Bienen oder Ameisen, aus.

Der reißerische Slogan „This time it’s war!“ erwies sich als zutreffende Beschreibung des Plots: Anstatt vor den unheimlichen Wesen zu fliehen, suchen die Marines den Kampf und eröffnen einen Krieg gegen die Aliens. Eine Prämisse, die zwar für einiges Naserümpfen bei manchen Kritikern sorgte, im Kontext des Vietnam-Traumas jedoch eine unzweifelhaft politische Komponente ins Spiel brachte.

Vietnam-Trauma im Weltall

Hinter der Fassade der Monsterjagd steckte eine hypermoderne Aufarbeitung des Vietnam-Traumas. Die militärisch überlegenen US-Marines ziehen in „Aliens – Die Rückkehr“ gegen die aus dem Hinterhalt angreifenden, unbewaffneten Ungeheuer den Kürzeren. Der unwegsame Dschungel Asiens weicht in dem Science-Fiction-Streifen ebenso tückischer, von Menschenhand gefertigter Metall-Architektur, die den Aliens perfekte Tarnungen erlaubt. Auf die Spitze trieb diese bereits Ridley Scotts Kultfilm: Darin gerät die seelenlose Technologie zum Verbündeten des Eindringlings, indem sie ihm Unterschlupf bietet und sogar beschützt.

Wenige Jahre nach dem Ende des Vietnamkrieges fielen derlei Filme auf fruchtbaren Boden, zumal in den USA. Kritische Streifen wie „Geboren am vierten Juli“ oder „Good Morning, Vietnam“ avancierten zu Kassenhits.

"Alien" Quadrilogy Box, 9 DVDs

Ironischerweise überlebt Rebecca – meist „Newt“ genannt -, indem sie einige der Eigenschaften der Aliens übernimmt. Sie versteckt sich, nützt ihre kleine, zarte Statur, um selbst in kleinste Löcher zu schlüpfen, verwertet jede Nahrungsquelle und schleicht durch die Gänge, ohne verräterische Geräusche zu hinterlassen.

Action und Dramatik in „Aliens - Die Rückkehr“

Obwohl die Actionsequenzen in Camerons Film breiten Raum einnehmen, nimmt sich der Plot Zeit, die innerliche Zerrissenheit Ripleys zu schildern und nimmt – anders als etwa „Alien vs. Predator“ – die Figuren ernst und behandelt sie mit dem nötigen Respekt. Wie in fast jedem Cameron-Werk wird die unersättliche Gier vieler Menschen angeprangert. In „Aliens – Die Rückkehr“ erweist sich Burke als rücksichtsloser Egomane, dessen Handlungen mitunter irrational erscheinen.

„Wissen Sie, Burke“, sinniert Ripley desillusioniert, „ich weiß zwar nicht, welche Spezies die schlimmere ist. Aber ich glaube kaum, dass die sich wegen einer Prämie umbringen lassen.“

Erst im Director’s Cut spielt „Aliens“ seine ganzen Stärken aus

Mit „Aliens – Die Rückkehr“ schuf James Cameron einen Filmklassiker, der nicht altert. Selbst Jahrzehnte später wirken Dramaturgie, Action und Design zeitgemäß. Naturgemäß können einige Special Effects mit modernen Blockbustern à la „Transformers – Die Rache“ nicht mehr mithalten. Doch diesen Nachteil macht „Aliens – Die Rückkehr“ durch die komplexe, höchst intelligente Story und die darstellerischen Leistungen mehr als nur wett.
Genießen sollte man den Film unbedingt im rund zweieinhalb Stunden langen Director’s Cut. Dieser ist unter anderem in der Alien-Quadrilogy-Box mit insgesamt 9 DVDs enthalten. Für Fans der „Alien“-Reihe ist nicht nur die Quadrilogy-Box geradezu unverzichtbar, sondern auch der elegant designte „Alien Collector’s Head“ ein Muss. Mit der hochwertigen Nachbildung eines „Alien-„Kopfes hält die Ästhetik des Grauens endlich auch im Wohnzimmer Einzug.     

Originaltitel: „Aliens
Regie: James Cameron
Produktionsland und -jahr: USA, 1986
Filmlänge: ca. 148 Minuten (Director’s Cut)
Verleih: Fox
Deutscher Filmstart: 13.11.1986

Eine Filmkritik von Rainer Innreiter

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